Wasserstoffautos

1970 M01 1 · von Kathrin Figerl

Das Henne-Ei-Problem und andere Faktoren

Bereits 1807 baute François Isaac de Rivaz, ein französischer Offizier, ein Auto mit Wasserstoffantrieb. In einem Ballon führte er den Wasserstoff mit und leitete ihn so in den Hubkolbenmotor, wo er einfach verbrannt wurde.

Über 200 Jahre später hat sich in der Technik einiges getan. So auch bei dem Fortschritt umweltfreundliche Autos und anderer Transportmittel zu bauen. Allerdings konnte sich das Wasserstoffauto mit seiner Brennstoffzelle bis jetzt noch nicht wirklich durchsetzen, auch wenn sich verschiedene Hersteller schon über die letzten Jahre daran versucht haben.

Was ist ein Brennstoffzellenauto überhaupt?

Eine Brennstoffzelle ist ein Stromlieferant. Als Kraftstoff dient zum Beispiel Wasserstoff, der in der Zelle mit dem Sauerstoff aus der Luft reagiert – dabei wird Strom erzeugt und als Abfallprodukt entsteht hier lediglich Wasserdampf. Im Gegensatz zu einem Elektroauto erzeugt das Wasserstoffauto seinen Strom aber quasi in Echtzeit an Bord. Die Reichweite ist wesentlich höher als bei einem Elektroauto und für den Tankvorgang benötig man nur einige Minuten.

Die Probleme

Die Kosten: So ein Auto kostet ziemlich viel Geld, auch das Tanken ist erheblich teurer gegenüber einer Ladestation.

Der Brennstoff: Wasserstoff (chemisches Symbol „H“) ist zwar im Sonnensystem das häufigste Element, kommt aber auf der Erde nur in gebundener Form vor, etwa in Wasser (H2O). Mittels Elektrolyse kann man Wasser in seine Elemente Wasserstoff und Sauerstoff zerlegen, braucht dazu aber ziemlich viel Strom. Daher wird benötigter Wasserstoff heute zum überwiegenden Teil aus Erdgas gewonnen – nicht die nachhaltigste Variante.

Die Infrastruktur: Ist dir in Österreich schon mal eine Wasserstofftankstelle aufgefallen? Wenn nicht, liegt es definitiv nicht an dir. Denn in ganz Österreich stehen lediglich 5 dieser Tankstellen zu Verfügung. Diese gibt es in Wien, Wiener Neudorf, Asten, Innsbruck und Graz – und das sind wir auch schon bei dem größten Problem – dem Henne-Ei-Problem. Solange es nicht genug Nachfrage gibt, lohnt sich der Ausbau dieser Infrastruktur nicht wirklich - und umgekehrt kaufen die Leute kein Brennstoffzellen-Fahrzeug, wenn die Infrastruktur nicht bereits verfügbar ist.

Im Gegensatz zu Batterieautos kann man ein Brennstoffzellenauto auch nicht zu Hause tanken. Aber auch der Größenunterschied einer Wasserstoff-Tankstelle und einer Schnellladestation für Elektroautos ist enorm. Denn die Gastanks sind durch ihr benötigtes Volumen extrem groß. Darüber hinaus ist der Energieaufwand bei Wasserstoffautos 2,4x so hoch wie bei mit Batterie-fahrenden Autos.

Außerdem braucht man viel Strom, um aus Wasser Wasserstoff zu gewinnen. Der gewonnene Wasserstoff wird danach in Gastanks gelagert und nach dem Tanken direkt im Auto in Strom umgewandelt. Dieser Prozess ist relativ teuer und damit auch ein grundlegender Nachteil. Zusätzlich dazu führen nur 25% der ursprünglichen Energie in einem Brennstoffzellen-Fahrzeug zu Fortbewegung, der Rest geht verloren. Bei batteriebetriebenen Elektroautos liegt dieser Wert bei etwa 70%.

Je nach Einsatz bieten sich entweder Batterie-Elektroautos oder Brennstoffzellenfahrzeugen eher an. Allerdings sind alle umweltfreundlichen Antriebsformen wichtig und leisten jeweils ihre Wirkung, um den Straßenverkehr sauberer zu machen.
Der Anteil an alternativer Antriebsformen wird allerdings kontinuierlich steigen um einen nachhaltigen und umweltfreundlichen Transport zu ermöglichen.